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Know your Board

von Hendrik | 30 Oct 2015 - 13:24

WeAre Boardberatung

Camber, Rocker, Hybrid, Flex, Waist, Sidecut, Setback. Das alles sind Ausdr├╝cke bei denen die meisten Leute die Schultern bis unter die Ohren ziehen. Ein Snowboard sollte bis zum Kinn gehen und muss gut aussehen. Das sind leider meistens die Kriterien, nach denen viele Leute ihr Snowboard aussuchen, so auch unser fiktiver Kunde Hauke. Hauke sieht im Shop ein Snowboard, welches auch noch eins von diesen derben Designs hat, die gerade angesagt sind. Dreiecke, gekreuzte Pfeile, es hat einfach alles an optischen Bonbons in der T├╝te. Gr├Â├če passt so ungef├Ąhr, gekauft. Super, nach etlichen Leihboards im Urlaub endlich das erste Board!

Auf dem Berg angekommen verh├Ąlt sich das Snowboard dann aber doch ganz anders als er es aufgrund des schicken Designs erwartet hat. Irgendwie unruhig bei hoher Geschwindigkeit und viel zu drehfreudig. Hauke f├Ąhrt liebend gerne auf der Piste, hat sich aber unwissend eine weiche Parknudel f├╝r Rails gekauft. In den Kurven kommen auch noch seine Boots in den Schnee und lassen Hauke nach ein paar beachtlichen Gesichtsbremsen ordentlich gefrustet den ersten Tag auf seinem neuen Board beenden. F├╝r Hauke ist das ung├╝nstig gelaufen, muss es aber nicht. H├Ątte er gewusst worauf man beim Kauf eines Snowboard achten sollte, w├Ąre sein Tag um einiges besser gelaufen.

Hier erst einmal ein paar klassiche Fakten zur Vorspannung oder auch Eigenspannung eines Snowboards.

Snowboard Camber Vorspannung
CAMBER
Camber Snowboards besitzen eine positive oder “klassische” Vorspannung und ist der klassische Snowboard-Aufbau seit Jahren. Wenn man das Board flach auf den Boden legt, sind die Kontaktpunkte mit dem Schnee nur Au├čen zwischen der Bindung und Nose und Bindung und Tail. Die Vorteile der Camber Vorspannung sind ein hervorragender Kantengriff und extrem guter Pop. Egal ob Piste oder Kicker im Park – mit einem Camber Board hat man eine super Boardkontrolle und die entsprechende Pr├Ązision in seinen Turns. Camber Snowboards sind f├╝r Einsteiger nicht empfehlenswert.

Snowboard Rocker Vorspannung
ROCKER
Beim Rocker Board sind dagegen die Kontaktpunkte zum Schnee zwischen den Bindungen, daher spricht man auch von einer negativen Vorspannung oder auch einem reverse Camber. Rocker Boards sind extrem drehfreudig und sind bei den ersten Schw├╝ngen auf der Piste super fehlerverzeihend. Der Kantengriff und auch der Pop ist im Vergleich zum Camber deutlich schw├Ącher. Auch beim Landen gr├Â├čerer Spr├╝nge fehlt es den Rocker Boards oft am n├Âtigen Kantenhalt – hier fehlen die 4 Kontaktpunkte, die Camber Boards haben. Daf├╝r hat man im Tiefschnee mit dieser Bauart einen st├Ąrkeren Auftrieb. Rocker Boards sind optimal f├╝r Einstieger, Jibber & Rail-Fahrer

Snowboard Hybrid Vorspannung
HYBRID
Wie der Name schon verr├Ąt, besitzen Hybrid Snowboards eine Misch-Fom aus einem Camber und Rocker Board. Hierbei kann man noch zwischen einem Hybrid-Rocker oder einem Hybrid-Camber unterscheiden. Auf Grafik ist ein Hybrid-Rocker zu sehen. In der Boardmitte gibt es einen Kontaktpunkt zum Schnee, der wie beim Rocker f├╝r eine super Drehfreudigkeit und einen Auftrieb sorgt. Weitere Kontaktpunkte sind bei den Bindungen, wie beim Camber, die einen ausreichenden Pop und ordentlichen Kantenhalt sicherstellen.

Snowboard Flat Vorspannung
Last but not least: die Flat Boards besitzen, wie auf der Grafik deutlich zu sehen, keine bzw. kaum Vorspannung. Das Board liegt flach auf dem Schnee und lediglich Nose und Tail heben sich leicht an. Solche Boards haben wenig Pop. Flat Boards sind serh fehlerverzeiehend, da diese Boards viel weniger verkanten als Camber Boards. Deshalb auch ideal f├╝r das Fahren im Park f├╝r Kicker und Rails.

Einsatzgebiet
Als erstes sollte man sich fragen, wo das Board haupts├Ąchlich eingesetzt wird. Wieviel fahre ich auf der Piste, wieviel Powder und wieviel im Park? Manche Leute haben einen starken Fokus und fahren zum Beispiel haupts├Ąchlich im Funpark, andere wiederum w├╝nschen sich oft ein Allmountain Board, was f├╝r alles gut geeignet ist.
Je nach Einsatzgebiet engt sich die Auswahl schon etwas ein.

Piste
Die meisten Leute, die sich ein erstes Board anschaffen, sollten erstmal ein Board w├Ąhlen, welches gut auf der Piste performt. Bew├Ąhrte Klassiker bei uns im Shop sind zum Beispiel das Bataleon Goliath, Burton Custom oder Capita NAS. Anf├Ąnger sollten eher ein weiches, fehlerverzeihendes Board nehmen um unangenehmes Verkanten zu vermeiden. Fortgeschrittene greifen besser zum Brett mit mittlerem Flex (H├Ąrtegrad des Boards) um auch bei hohen Geschwindigkeiten noch ausreichend Stabilit├Ąt zu haben. Die Art der Vorspannung des Boards ist geschmackssache und falls die M├Âglichkeit besteht, sollte man mal verschiedene Boards testen um ein Gef├╝hl f├╝r die Unterschiede zu bekommen. Bei der Vorspannung unterscheidet man zwischen Camber, Rocker und Hybrid. Jede Bauweise hat ihre Vor- und Nachteile und es gibt wiederum etliche verschiedene Formen der unterschiedlichen Hersteller. Das Prinzip ist jedoch bei allen Snowboards gleich.

Camber Boards sind super f├╝r die Piste und den Park geeignet und bieten einen enormen Kantenhalt, performen aber im Powder nicht sehr gut. Rocker Boards haben den Ruf, eher weich und spielerisch und dabei sehr fehlerverzeihend zu sein. Bei hohen Geschwindigkeiten kann dies jedoch etwas flatterig wirken. Hybrid Boards vereinen beide Bauweisen und versprechen die Vorteile aus beiden Welten. Zur Boardauswahl empfiehlt sich auf der Seite der Hersteller das Boardangebot anzuschauen und die dort beschriebenen Eigenschaften zu studieren. Die meisten Hersteller geben geeignete Einsatzgebiete an um die Auswahl zu erleichtern.

WeAre Boardberatung

Powder
100% pures Snowboarden bekommt man nur in feinstem Powder. Es gibt nichts sch├Âneres als die erste Line in einen Hang zu setzen. Man h├Ârt nichts als das leise Rauschen vom aufgewirbelten Schnee, die Gedanken sind frei und man ist eins mit dem Berg. Wer Tiefenentspannung sucht, der findet sie hier. Um das Erlebnis im Powder noch angenehmer zu machen muss nat├╝rlich das richtige Board unter die F├╝├če. Boards speziell f├╝r den Powder sollten immer etwas l├Ąnger als Boards f├╝r die Piste sein. Je l├Ąnger das Board, desto mehr Auftrieb hat es auch im Tiefschnee. Zus├Ątzlich empfiehlt sich hier ein Board mit Rocker oder Hybrid Vorspannung, welche zus├Ątzlichen Auftrieb verleiht. Nat├╝rlich kann man auch mit einem Camber Board Spa├č im Powder haben, allerdings ist das durch die positive Vorspannung sehr anstrengend f├╝r das hintere Bein. Zus├Ątzlich haben die meisten Boards f├╝r den Tiefschnee Setback. Setback hei├čt, dass die Schrauben Inserts f├╝r die Bindungen ein St├╝ck nach hinten versetzt sind und man somit Tail lastiger f├Ąhrt. So gleitet ihr noch entspannter durch den Powder als mit einem Twin Board, bei dem der Abstand von Schrauben Inserts zu Nose und Tail identisch ist. Ein Beispiel aus unserem Shop f├╝r ein super Powder Board ist Capitas Charlie Slasher.

Park
Ohne Kurven fahrt ihr auf den enormen Kicker mit 19 Meter Table zu. Der Fahrtwind ist so laut, dass alles andere ausgeblendet ist. Kurz vor dem Kicker macht ihr euren Setup-Turn und haut einen massiven FS 720 mit Tailgrab raus. Eure Airtime l├Ąsst euch kurz das Gef├╝hl von Fliegen sp├╝ren. Ihr stellt das Ding souver├Ąn in die Landung w├Ąhrend die Buddies jubeln. Einen gro├čen Trick stehen ist fast so befriedigend wie eine Powderline fahren. Mal ehrlich, wer schon l├Ąnger Park f├Ąhrt, der hat auch das Wissen sich das passende Board auszusuchen. Hier trotzdem ein paar Tipps f├╝r euch, wenn ihr mit dem Park fahren beginnen wollt und daf├╝r ein neues Board braucht. Park fahren umfasst nat├╝rlich nicht nur Kicker, sondern auch Rails und Boxen. Wer Rails und Boxen fahren m├Âchte, der sollte ein etwas k├╝rzeres Brett nehmen um mehr kontrolle und Skate Feeling zu haben. Zus├Ątzlich sind Rail & Jib Boards meistens sehr weich um Presses einfacher zu machen. Ob Camber, Rocker oder Hybrid ist auch hier wieder reine Geschmacks- und Gef├╝hlssache. F├╝r Kicker solltet kein zu weiches Brett nehmen, da es euch bei Landungen nicht genug Stabilit├Ąt verleiht. Generell l├Ąsst sich sagen, je gr├Â├čer die gefahrenen Kicker, desto h├Ąrter sollte auch das gefahrene Board sein.

L├Ąnge & Breite
Normalerweise w├╝rde unter so einer ├ťberschrift nat├╝rlich doppeldeutige Witze stehen. Wir schwimmen ausahmsweise mal gegen den Strom und lassen das Ganze sein. Generell sollte man sein Board 25-30cm k├╝rzer kaufen als man gro├č ist. Je nach Einsatzgebiet w├Ąhlt man das Board dann ausgehend von dem Richtwert etwas k├╝rzer oder L├Ąnger. Die ÔÇ×richtigeÔÇť L├Ąnge gibt es nicht, es kommt auch hier wieder ganz auf den pers├Ânlichen Geschmack an. F├╝r eine 185cm gro├če Person, die gerne Park f├Ąhrt empfiehlt sich zum Beispiel ein Board zwischen 156cm und 159cm. Ein wichtiger Faktor, den viele vergessen, ist die Breite (Waist) des Boards. Je nach Snowboardboot Hersteller sollte man ab 45 zum Wide Board greifen. Fallen die Boots sehr gro├č aus, kann sogar schon ab Schuhgr├Â├če 44 ein Mid-Wide Board gew├Ąhlt werden. Man sollte immer die Ma├če des Wunschboards betrachten und abw├Ągen, ob die Breite ausreichend ist. Ein Wide Board sollte 26cm Breite haben. F├Ąhrt man mit einem zu schmalen Board, passiert es schnell, dass beim Kanten die Zehen in den Schnee kommen. Das kann zu unangenehmen St├╝rzen f├╝hren, wie am Anfang bei unserem fiktiven Kunden Hauke und seinem Fehlkauf beschrieben. Nach unserem praktischen Guide ist allerdings auch Hauke schlauer und wei├č, worauf er bei seinem n├Ąchsten Boardkauf achten muss.

Solltet ihr jegliche Fragen zu Boards, Bindungen oder anderem Equipment Fragen, dann sind wir f├╝r Euch da! Hier geht es zur unverbindlichen und kostenlosen Boardberatung

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